Transkript

Text: DAS AKTUELLE STICHWORT

Text: “Kreuzzüge” / “Mesopotamien” / “Zum Glück gab es diesmal keinen Gaskrieg”

Text: Nervenkrieg

Text: Nervengase

Sarin

Tabun

Text: B-Waffen

Antrax Milzbrand

Botulin Lähmung des Nervensystems

..dere Cholera, Typh...

...rien Hepatitis

Text: Die neuen Wirklichkeiten zwischen Ninive und Assur sind ‘in die Funktionale gerutscht’ / Die Funktionen, jede für sich kalkuliert, bilden gemeinsam eine chaotische Formel / Davon berichtende Bilder vermitteln, sagen Bert Brecht und Hans Magnus Enzensberger, keine Realität / Sie müssen ‘verfremdet’ werden / ‘An fremde Zeiten angebunden, entläßt die Gegenwart ihre Bilder - -’ (J. W. Goethe)

Text: Perserkönig Cyrus kämpft gegen Babylon - -

Text: Der Beitrag der Kunstgeschichte

Text: Besuch bei Professor Dr. Hubert Schrade, Ordinarius für Kunstgeschichte in Tübingen

Erzählerstimme: Der Professor Dr. Hubert Schrade

Interviewer: Würde Sie nicht gerade eine gewisse moralische Beobachtungspflicht gerade der akademischen Berufe anerkennen?

Professor Dr. Hubert Schrade: Grundsätzlich wohl schon, aber ich wüsst nicht, wie man sie verwirklichen soll, denn da müsste ich ja ständig das Fernsehen verfolgen, und dazu habe ich weder die Möglichkeit, noch die Zeit. Ich bin der Meinung, dass diese Kontrolle beim Fernsehen selbst stattfinden sollte, und zwar, wenn ich das sagen darf, nach dem Prinzip, das Goethe aufgestellt hat:

Dummes Zeug kann man viel reden,

Kann es auch schreiben,

Wird weder Leib noch Seele töten,

Es wird alles beim Alten bleiben.

Dummes aber, vors Auge gestellt,

Hat ein magisches Recht;

Weil es die Sinne gefesselt hält,

Bleibt der Geist ein Knecht.

Text: “Bodenkrieg”

Text: General Chalid ibn Sultan aus Saudi-Arabien, am Tag der Bodenoffensive: / “Es geschehen entsetzliche Dinge / Ich hasse es das zu sagen, aber man bringt Menschen mit der Axt um / Sie vergewaltigen Frauen, schneiden ihnen gewisse Körperteile ab und hängen sie in jeder Straße auf / Wir hoffen, daß wir dem bald Einhalt gebieten können - -”

Text: Brecht, Gesammelte Werke, Band 18, Frankfurt / Main 1967, S. 161 f. : / ‘Die Lage wird dadurch so kompliziert, daß weniger denn je eine einfache Wiedergabe der Realität etwas über die Realität aussagt / Die eigentliche Realität ist in die Funktionale gerutscht’

Text: Verdun, 1916

Text: Die Alliierten

Text: Der deutsche Kaiser

Text: General Pétain

Text: Die Sieger

Text: Die besiegten Deutschen

Text: Die Erfahrung der SINNLOSIGKEIT VON VERDUN reichte für 80 Jahre / Die Erfahrung ist begrenzt auf Europa, jedoch einschließlich Hitler / Kein Gaskrieg im 2. Weltkrieg! / Obwohl Vorräte auf beiden Seiten vorhanden - - !!

Text: Saddam Hussein veranstaltet in den Ruinen Babylons ein Fest zu Ehren des Nebukadnezar / der König unterwarf im 6. Jahrhundert vor Christus die Juden und verschleppte sie - -

Text: In der Zeit der Kreuzzüge

Text: Auf den Feldern von Clermont in den Novermbertagen 1095 spricht Papst Urban der Zweite zu den Versammelten / Er spricht französisch: ‘Eine schreckliche Nachricht hat uns erreicht . . . / Das Volk des persischen Reiches, eine verruchte, eine Gott entfremdete Rasse, eine Generation, die ihr Herz auf falsche Ziele gerichtet hat und deren Geist Gott untreu geworden, ist in christliche Länder vorgedrungen / Sie machten sich ein Vergnügen daraus, Christen zu töten, indem sie ihnen die Bäuche aufschlitzten, das Ende der Gedärme herausrissen und es dann an einem Pfahl befestigten; darauf schlugen sie auf ihre Opfer ein und zwangen sie, um den Pfahl herumzulaufen, bis die ganzen Gedärme aufgewickelt waren und sie tot zu Boden fielen /

Text: Andere banden sie an Pfählen fest und schossen mit Pfeilen auf sie, und wieder andere drückten sie zu Boden, streckten ihnen die Hälse und probierten aus, ob es möglich sei, jemanden mit einem einzigen Schwertstreich zu enthaupten / Was soll ich zu den scheußlichen Vergewaltigungen von Frauen sagen ? / Darüber zu sprechen ist vielleicht noch schlimmer als zu schweigen . . . / Erhebt euch also und erinnert euch an die mannhaften Taten eurer Ahnen, an den ruhmreichen Namen Karls des Großen / Christliche Kämpfer, die ihr ständig und vergeblich nach Vorwänden für einen Krieg sucht, freut euch ! / Wenn ihr Blut haben müßt, badet euch im Blute der Ungläubigen ! / Ich spreche mit dieser Härte zu euch, weil mich mein Amt dazu zwingt ! / Soldaten der Hölle, werdet zu Soldaten des lebendigen Gottes - - ! ! ‘

Text: Der König von Jerusalem, eine Franke, verheiratet seine Tochter an Kaiser Friedrich den Zweiten von Hohenstaufen, einen Sizilianer

Text: Saladins Verzögerungstaktik war nun so offensichtlich, daß Richard Löwenherz die Geduld verlor / Er konnte die Gefangenen weder in Akkon lassen noch nach Jaffa mitnehmen, das hundertzehn Kilometer weiter südlich lag / Am 20. August 1091 ordnete er die Hinrichtung aller Gefangenen an / Es war ein auffallend klarer Sommertag, und Saladin konnte von seinem Hauptquartier auf der zweiten Hügelkette aus alles beobachten, was auf Aijadieh geschah / Er sah den Aufzug der Ritter in ihren Rüstungen und Tausende von Fußsoldaten, und er sah den langen Zug der muslimischen Gefangenen, die mit Seilen an aneinandergebunden waren / Dann sah er das Funkeln der Schwerter, Äxte und Lanzenspitzen und die Gefangenen, die hinstürzten - -

Text: Euphrat

Text: Tigris

Text: Dem Araberfürst Faisal war 1918 von England Syrien versprochen worden / Faisal wiederum versprach dem Sprecher der Juden, Chaim Weizmann, Palästina / Das wäre der Frieden zwischen Arabern und Juden gewesen ! / Dann besetzte Frankreich Syrien / Zur Entschädigung Faisals gründete das britische Empire 1921 den Irak / Auf altem Boden eine ziemlich junge Gründung - -

Text: Irak, ein junger Staat, auf uraltem Boden der MEGA - Zeit - -

Text: Die Alliierten besetzen Bagdad und Damaskus - - ( 1918 )

Text: Die französische Besatzungsmacht in Damaskus

Text: Die britische Besatzungsmacht in Jerusalem

Text: Brecht, Gesammelte Werke, Band 18, Frankfurt / Main 1967, S. 161 f. : / ‘Die Lage wird dadurch so kompliziert, daß weniger denn je eine einfache Wiedergabe der Realität etwas über die Realität aussagt / Die eigentliche Realität ist in die Funktionale gerutscht / Es ist also tatsächlich etwas aufzubauen, etwas Künstliches, Gestelltes - - ‘

Text: Die neuen Wirklichkeiten zwischen Ninive und Assur sind ‘in die Funktionale gerutscht’ / Die Funktionen, jede für sich kalkuliert, bilden gemeinsam eine chaotische Formel / Davon berichtende Bilder vermitteln, sagen Bert Brecht und Hans Magnus Enzensberger, keine Realität / Sie müssen ‘verfremdet’ werden / ‘An fremde Zeiten angebunden, entläßt die Gegenwart ihre Bilder - -’ (J. W. Goethe)

Text: “Kreuzzüge” / “Mesopotamien” / “Zum Glück gab es diesmal keinen Gaskrieg”