Magazin: Feuer und Wasser

Aus der Arbeit der Feuerwehren

Dauer:
00:45:10
Datum:
3 Feb 1992
Sammlung:
Heiner Müller
Mit:
Müller's circle: Alexander Kluge

Beschreibung

Kluge bestimmt den Begriff der „Kritik“ als „konsequente, aktive Reparaturarbeit“. Damit hängt sein Interesse für die Feuerwehr zusammen: Ihre Tätigkeit ist gegen die Katastrophe gerichtet, kommt aber immer zu spät. Das Magazin beginnt mit einem Zusammenschnitt von verschiedenen Filmaufnahmen zur Thematik des Feuers und schwenkt dann zur Präsentation erschütternder Bilder von Feuerkatastrophen, wie Troja, Lissabon, Tschernobyl oder São Paolo. Im Anschluss spricht Kluge mit Heiner Müller in einem kurzen Interview über die Dramatik von Feuer und Wasser. In einer Sequenz, von der man nicht weiß, ob sie fiktiv oder dokumentarisch ist, geht es um Feuerlöschen im 2. Weltkrieg. Die deutsche Armee hat 1941, beeindruckt durch den Sinn der Arbeit, eine ganze Feuerbrigade von 216 sowjetischen Löschfahrzeugen unbehelligt in das brennende Leningrad hinein- und hinausfahren lassen. Nach Verlust des Gegenstandes (der brennenden Stadt) in der Steppe geht auch der Sinnzusammenhang verloren und die Brigade löst sich auf. Im Gespräch mit dem Brandamtsrat Boer geht es um die besonderen Herausforderungen und Erfolge beim „Feuersturm“ in Halberstadt am 8. April 1945 (den Kluge als 13jähriger Junge erlebte), z.B. einen „Wasservorhang“, durch den Menschen wie die Juden im Roten Meer sich retten konnten. Im zweiten Gespräch mit Müller geht es um die mythologische Gestalt des Prometheus. Kafka spricht von ihm, ohne das Feuer zu erwähnen, Müllers eigener Text über Prometheus desgleichen. Müller: Bei Feuer denke ich an Blitz. Im letzten Abschnitt begleiten wir ein Feuerwehrkommando in Halle einen Tag lang bei ihrer Arbeit und erleben die Auswirkungen der Wende auf die Praxis und den Geist der Feuerwehrtruppe.